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Rettungsteams im Stresstest: Notfalltraining nach internationalem Standard

Wird der Rettungsdienst zu einem Notfall gerufen, so muss der Zustand des Patienten in kürzester Zeit exakt beurteilt werden, damit die richtigen Entscheidungen getroffen werden. Das ist eine sehr schwierige Aufgabe, besonders bei internistischen und neurologischen Notfällen, also immer dann, wenn innere Organe oder das Gehirn betroffen sind. Beim Rettungsdienst vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Kreisverband Waldshut wurden deshalb ausgewählte Einsatzkräfte nach internationalem Standard geschult, der ein fortschrittliches System für den lebensrettenden Einsatz in solchen besonders schwierigen Situationen vermittelt. Es war in Deutschland einer der ersten Kurse nach dem international erfolgreichen AMLS-Verfahren und hier sogar der allererste derartige Kurs für eine geschlossene Teilnehmergruppe (Inhouse-Kurs).

Szenario-Training im Rahmen der AMLS-Fortbildung beim Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut

Mit moderner notfallmedizinischer Ausrüstung wird der „Notfallpatient“ untersucht...

... und die angemessenen lebensrettenden Maßnahmen werden eingeleitet

AMLS-Ausbilder im Gespräch mit Rettungsdienstmitarbeitern des DRK-Kreisverband Waldshut.

AMLS-Instruktor Alexander Ott aus Aachen.

Die frischgebackenen AMLS-Provider vom Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut mit dem Ausbilderteam: Stehend hintere Reihe von links: Desireé Dietrich, Martin Ge¬schichter, Steffen Länge, Ömer Yüksel, Jens Venohr, Wolfram Fehrle, Dominik Müller, Tobias Hein, Matthias Moritz (Instructor), Alexander Ott (Instructor).

Der erste Vorsitzende vom Deutschen Berufsverband Rettungsdienst, Marco König, war als Leiter des Instruktoren-Teams für den AMLS-Kurs persönlich aus Kiel angereist. 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut absolvierten den Kurs. Die leitenden Ausbilder für den Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut, Desiree Dietrich und Stefan Bader, gehörten ebenso zu den erfolgreichen Absolventen der erstklassigen notfallmedizinischen Fortbildung wie andere erfahrene Rettungsdienstmitarbeiter und auch Nachwuchskräfte, die ihre Ausbildung beim DRK-Kreisverband Waldshut durchlaufen.

Beim AMLS-Kurs erwarteten die Rettungsdienstmitarbeiter an zwei Tagen Theorieunterricht und intensives Szenario-Training in Kleingruppen. Jeder Notfall ist anders und die Betroffenen am Einsatzort sind immer in großer Aufregung. Dies wurde beim Szenario-Training realitätsnah vermittelt.  Die Rettungsteams wurden dabei mit verschiedenen simulierten Einsatzsituationen konfrontiert. Ein Teilnehmer schlüpfte in die Rolle des Notfallpatienten. Aus den vorgegebenen Messwerten, die ein Patient in dem angenommenen lebensbedrohlichen Zustand aufweisen würde, sowie aus den wenigen Auskünften, wie sie vom Patienten selbst oder von aufgeregten Angehörigen zu bekommen sind, mussten die Kursteilnehmer im Szenario-Training korrekte Rückschlüsse auf die Art und Ursache des lebensbedrohlichen Zustandes ziehen. Auch das Umfeld gilt es bei solchen Notfalleinsätzen im Blick zu haben, soweit daraus Rückschlüsse für die akutmedizinische Versorgung zu ziehen sind. Welche Medikamente stehen beispielsweise auf dem Tisch? Mit den notfallmedizinischen Mitteln, die vor der Behandlung im Krankenhaus zur Verfügung stehen, muss der Patient vor Ort versorgt werden.

Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer vom Rettungsdienst des DRK-Kreisverbands Waldshut zeigten sich den Anforderungen der Trainingsszenarien gewachsen und lösten auch die schriftlichen Aufgaben. Sie haben den AMLS-Kurs mit abschließenden Prüfungen erfolgreich absolviert. Dafür erhielten sie ein vier Jahre gültiges Zertifikat von internationalem Standard und sind somit anerkannte AMLS-Provider (zu Deutsch: AMLS-Versorger). Rettungsdienstleiter  Stefan Amend vom DRK-Kreisverband Waldshut freut sich über die besonderen Leistungen der Absolventen und hat zur Schulung weiterer Einsatzkräfte einen zweiten international zertifizierten AMLS-Kurs bereits fest gebucht.

18. Januar 2012 19:51 Uhr. Alter: 121 Tage